Wenn es um die Versorgung von Magnetresonanztomographen (MRT) mit technischen Gasen geht, verlässt sich Canon Medical Systems aus Neuss auf die Expertise und Flexibilität von Westfalen. Besonders in Notfällen zeigt sich, wie wichtig eine beständige Partnerschaft ist – wie im Frühjahr 2026, als ein kompletter Ausfall einer MRT-Anlage einen schnellen und reibungslosen Einsatz erforderte.
Supraleitende Magnete sind das Herzstück von MRTs und müssen konstant auf minus 270 Grad Celsius gekühlt werden. Die dafür benötigten Anlagenteile werden in Japan vorgefertigt und mit Helium gefüllt angeliefert. Wenn die Anlage sich aber bei einem Ausfall erwärmt, muss sie vor Ort gekühlt werden, wie im Januar geschehen: „In so einem Fall nutzen wir für die initiale Abkühlung Stickstoff, da dieser sehr viel kostengünstiger ist als Helium. Im laufenden Betrieb ist dann Helium unverzichtbar“, erklärt Frank Kaczmarek, MR Serviceleiter und Projektplaner bei Canon Medical Systems.
Zum regulären Nachfüllen einer MRT-Anlage werden jährlich ca. 500 bis 800 Liter Helium verbraucht, sofern es sich nicht um einen 4K-Magneten handelt. Insgesamt benötigt Canon über ein Jahr ca. 3.000 bis 5.000 Liter Helium, das Westfalen liefert.
Tatjana Gratz, Kundenberaterin bei Westfalen, ist Ansprechpartnerin für Technische Gase bei Canon. „Um eine reibungslose Versorgung sicherzustellen, werden alle Wartungs- und Installationstermine bereits im Voraus geplant. Notfälle müssen zügig bearbeitet werden, damit die benötigten Mengen auch so schnell wie möglich beim Kunden ankommen. Manchmal auch mit Nachlieferungen, wenn die Gesamtmenge nicht sofort aufzubringen ist“, so Gratz.
Flexibilität und schnelle Lösungen
Erste Berührungspunkte mit Westfalen gab es schon 2007, als Canon Medical Systems noch unter dem Namen Toshiba firmierte. „Damals suchten wir einen zweiten Lieferanten, um uns unabhängiger aufzustellen. Westfalen überzeugte durch Flexibilität und die Nähe zum Standort einer MRT-Anlage in Münster“, erinnert sich Frank Kaczmarek.
Seitdem lebt die Zusammenarbeit von kurzen Wegen und pragmatischen Lösungen. „Gerade in kritischen Situationen zählt Schnelligkeit mehr als der Preis. Westfalen hat uns immer zuverlässig unterstützt. Auch in der Heliumkrise 2009/2010 wurden wir durch Westfalen immer gut beraten. Es wurde alles mit Fakten belegt und nichts verheimlicht. Dieser offene Austausch ist etwas, dass ich an der Zusammenarbeit sehr schätze“, so Kaczmarek.
Technische Komplikationen erfordern schnelle Hilfe
Plötzliche Ausfälle von MRT-Anlagen sind zwar selten, stellen jedoch im Ernstfall eine große Herausforderung dar. Besonders technische Defekte wie ein sogenannter Magnet-Quench, bei dem das Magnetfeld abrupt zusammenbricht und das Helium schlagartig verdampft, erfordern schnelles Handeln. „Wenn das passiert, müssen wir innerhalb weniger Tage mehrere Tausend Liter Helium organisieren“, berichtet Kaczmarek. „Durch den Vorfall entstehen erhebliche Kosten. Zum einen durch den Heliumverlust, zum anderen kann die Magnetanlage beschädigt werden und längere Ausfallzeiten verursachen.“
Doch nicht nur technische Probleme können zu einem Quench und somit Ausfällen führen: Auch menschliche Fehler kommen vor: „Immer wieder gelangen versehentlich metallische Gegenstände in einen MRT – von Werkzeugen bis hin zu Münzen in den Taschen der Patienten, die dann in das Gerät gezogen werden. Die Magnete sind extrem stark, das Magnetfeld entspricht dem 15.000-fachen des Erdmagnetfeldes. Solche Vorfälle können erhebliche Schäden verursachen und bis zu 45.000 Euro für die Wiederherstellung der Anlage kosten“, weiß Kaczmarek.
Beständigkeit sorgt für Zufriedenheit
Zuverlässigkeit ist für Frank Kaczmarek eine ganz entscheidende Voraussetzung: „Westfalen konnte immer kurzfristig liefern. Das ist für uns und unsere Kunden von großer Bedeutung, denn Ausfallzeiten bedeuten finanzielle Verluste.“ Besonders schätzt er den direkten Kontakt zu den Ansprechpartner:innen bei Westfalen, die bei speziellen Problemen schnell und unkompliziert unterstützen. Regelmäßige gegenseitige Besuche und Führungen wie durch das Westfalen-Werk in Hörstel, wo Stickstoff produziert und Helium abgefüllt werden, unterstreichen für ihn die langjährige und enge Partnerschaft: „Man merkt den Unterschied zwischen einem mittelständischen Unternehmen wie Westfalen und großen Konzernen. Hier zählt das Persönliche.“
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